Nach “Du bist Terrorist” hat Alexander Lehmann nun seinen zweiten Film ins Netz gestellt, der sich mit dem Thema Netzsperren befasst. Diesmal verschärft er den säuselnden Propagandaunterton und man könnte ihm die Polemik in seinem Film sicher zum Vorwurf machen – man könnte ihn aber auch dazu beglückwünschen, dass er viel von den Meistern gelernt hat. Auf der Internetseite rettedeinefreiheit.de gibt es Hintergrundinformationen zum Film und zu der ganzen Thematik.
Ich kann mir DAS wirklich nicht anders erklären, als dass keiner der Politiker ab 50+ im Intenet surft und das Thema Netzsperren in der gedruckten Presse untergegangen sein muss. Als Optimist, der ich bin, kann ich sagen – Wenigstens interessieren sich die jungen Leute jetzt wieder für Politik! … so, jetzt ist mir schlecht… mfg und lmaa
von dem ganzen Geschwätz aus dem Internet haben Sie sich nicht beeindrucken lassen, sind Ihrer Linie treu geblieben und haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Glückwunsch dazu. Dass das sperren von Internetseiten sinnvoll ist, haben schließlich schon andere Länder erfolgreich vorgemacht.
Sie haben erkannt, dass das Internet, über das man zur Zeit so viel lesen kann, aus einer pöbelnden amöbenartigen Masse besteht, der man besser keinerlei Beachtung schenken sollte.
Da muss es Ihnen sicher lästig erscheinen, dass sich ein paar Zellen selbständig gemacht haben und somit eine zählbare Größe geworden sind. Standhaft wie Sie sind haben Sie sich natürlich nicht von Ihrem eingeschlagenen Weg abbringen lassen.
Da Sie, wie auch ich, eher visuell geprägte Menschen sind und wir uns unter einer Zahl von (sagen wir spaßeshalber) 128200 nichts vorstellen können, habe ich mir erlaubt Ihnen zu verbildlichen, wie viele potentielle Wähler (bitte ein X dazu addieren, Sie kennen das ja) Ihnen im September wahrscheinlich durch die Lappen gehen werden:

Bei gefallen, kann das obige Bild hier (Link entfernt, siehe UPDATE) als T-Shirt bestellt werden.
UPDATE:
Meine chinesische T-Shirt-Manufaktur hat mir gerade mitgeteilt, dass das Garn nach vier T-Shirts leider alle war. Sorry.

Bettina Winsemann hat sich die regelmäßig gestellten Fragen des Bundesfamilienministeriums zum Thema Netzsperren ein bisschen genauer angeschaut. Nicht vor dem zu Bett gehen lesen.
Liebe Internets, falls es euch entgangen sein sollte, die Bundestagsanhörung zum Entwurf zur Änderung des Telemediengesetzes findet morgen, Mittwoch den 27.5., statt. Spreeblick hat ein paar informative Links zum Thema zusammengetragen.
Im Großen und Ganzen geht es bei dem Entwurf darum, Kinder schützen zu wollen, indem man den Zugang zu Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt sperrt und den Zugang somit erschwert. Hört sich sinnvoll an, oder? Das Problem ist nur, dass die betreffenden Seiten immer noch im Netz verbleiben und, wenn man auch nur ein bisschen Ahnung vom Internet hat, somit erreichbar sind. Ist Netzzensur also bei so einem heiklen Thema der richtige Weg, obwohl sich Experten einig sind, dass die ganze Aktion rein gar nichts bringen wird, oder geht es hier nur um das beruhigen des Gewissens und der Wählerschaft? Wahrscheinlich letzteres.
Das Kinder geschützt werden müssen steht außer Frage, aber, warum geht man wieder einmal diesen halbgaren Weg? Weil es so bequemer ist? Damit man sagen kann: “Wir haben etwas unternommen! Nächster Punkt!”? Ist es der richtige Weg, noch mehr Freiheit für etwas aufzugeben, dass nicht funktionieren wird?
Die Petition gegen den oben genannten Entwurf ist hier zu finden und kann bis zum 16.6.2009 mitgezeichnet werden.
MfG
UPDATE:
Mittlerweile ist zum Thema ein Interview mit Ursula bei Spiegel Online erschienen und bei netzpolitik.org gibt es eine bissige Interview-Analyse dazu. Eine interessante Aktion wurde vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur gestartet. Unter dem Motto “Löschen statt verstecken: Es funktioniert!” wurde erreicht, dass 60 kinderpornografische Internetseiten binnen 12 Stunden vom Netz genommen wurden.
UPDATE 2:
Schaut euch das Video schnell noch ein paar mal an, denn lange wird es anscheinend nicht mehr Online sein.
Du bist Terrorist from alexanderlehmann on Vimeo.
Dank an Sebastian für das Video^