Nach “Du bist Terrorist” hat Alexander Lehmann nun seinen zweiten Film ins Netz gestellt, der sich mit dem Thema Netzsperren befasst. Diesmal verschärft er den säuselnden Propagandaunterton und man könnte ihm die Polemik in seinem Film sicher zum Vorwurf machen – man könnte ihn aber auch dazu beglückwünschen, dass er viel von den Meistern gelernt hat. Auf der Internetseite rettedeinefreiheit.de gibt es Hintergrundinformationen zum Film und zu der ganzen Thematik.

Urlaubsimpression
Kaum überquert man die Landesgrenze, fliegt einem die Urlaubsseifenblase um die Ohren und man bemerkt, dass sich die Welt weiter gedreht hat. Das Radio erzählt, dass in München anscheinend ziemlich viele Irre wohnen, wir uns doch irgendwo im Krieg befinden und Angela und Frank-Walter bald heiraten werden – CDU und SPD sollen, so munkelt man, nach der Wahl zu einer großen Partei zusammengefasst werden – zur CDPD – um Steuergelder einzusparen.

Urlaubsimpression
Im Internet wird ein Internet-Manifest zusammen gestöpselt und sich gegenseitig auf die Schulter geklopft – bleibt die Frage, ob ein Manifest die Diskussion aus der Blogosphäre befördern kann, oder ob sie genauso an der materiellen Welt zerplatzt wie Zensursula und Killerspiel. Immerhin gibt man sich Bodenständig und benutzt Serifenschrift, was einem zumindest das Lesen erleichtert. Für all diejenigen, deren Augen nach 140 Zeichen müde werden – das ist das Internet:
Apropos Lesen – im Urlaub bin ich über das Buch Die gelöschte Welt von Nick Harkaway gestolpert und kann es jedem, der bitterböser Science Fiction etwas abgewinnen kann, ans Herz legen.
Bemerkenswert an dem Buch ist nicht nur der wunderbare Wortwitz des Autors, sondern auch, dass anscheinend keiner beim Piper Verlag das Buch jemals gelesen hat, denn der Klappentext ist völliger Humbug. Weder heißt der Held der Geschichte Gonzo Lubitsch, wie einem der Klappentext fälschlicherweise vermittelt (das ist nämlich der beste Freund der Hauptfigur (männlich, erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive), noch führt der Auftrag ihn zurück in die Vergangenheit, sondern er erzählt dem Leser aus seiner Vergangenheit und wie es zu den böstragischdämlichen Ereignissen gekommen ist.
Ich befinde mich gerade auf Seite 537 von 729, kann also sein, dass sich herausstellt, dass Gonzo Lubitsch doch die Hauptfigur der Geschichte ist (das Buch strotzt geradezu vor wirren Wendungen) – wenn dem also so sein sollte, nehme ich natürlich meine Behauptungen zurück – andererseits hätte mir Piper dann auf dem Klappentext das Ende der Geschichte verraten, was ich dann genau so prickelnd fände, wie einen falschen Klappentext. Davon abgesehen – das Buch ist einfach gut :).
So, ich glaube ich habe nun genug Rechtschreibfehler meinerseits zusammengetragen – schön wieder da zu sein, im World-Wide-Dings.
Anmerkung: Fahrt nie mit einem alten VW-Bus nach Kroatien – wenn ihr an dem Grenzübergang steht wisst ihr was ich meine.
Die CDU stellt voller Stolz ihre Parteihymne 2009 vor – produziert von Leslie “Dschinghis Khan” Mandoki:
Das Geld hätte sich die CDU aber auch sparen können – schließlich gibt es schon seit geraumer Zeit eine passende(re) Hymne:
Da-da-datenspeicherung (by Bundestag United)
Weitere Hymnen kann man im Wiki des ArbeitskreisVorratsdatenspeicherung finden.
Ist ja schön und gut, uns auf diese Weise an unsere demokratische Pflicht zu erinnern, aber irgendwie glaube ich nicht, dass die Klingeltönespotsgucker das raffen werden. Außerdem tragen die Parteien nicht gerade wenig zur allgemeinen Politikverdrossenheit bei – siehe die Zensursulapetition und Knüllerspieldebatte und und und.
Diesen Satz bitte ausdrucken und laut schreiend vor dem Badezimmerspiegel sich selbst vorlesen:
“Es wird Bereiche geben, in denen weniger Anonymität vielen Menschen das Leben erleichtern wird – in einem freien Netz.”
Für weitere Morgenertüchtigungen empfehle ich das Interview mit Brigitte Zypries auf welt.de.
Ich kann mir DAS wirklich nicht anders erklären, als dass keiner der Politiker ab 50+ im Intenet surft und das Thema Netzsperren in der gedruckten Presse untergegangen sein muss. Als Optimist, der ich bin, kann ich sagen – Wenigstens interessieren sich die jungen Leute jetzt wieder für Politik! … so, jetzt ist mir schlecht… mfg und lmaa

Bettina Winsemann hat sich die regelmäßig gestellten Fragen des Bundesfamilienministeriums zum Thema Netzsperren ein bisschen genauer angeschaut. Nicht vor dem zu Bett gehen lesen.
Unter dem Motto »Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Spiele klaut« gingen am 5.6. etwa 400 Leute in Karlsruhe auf die Straße.
Jetzt noch ein paar geschicktere Redner und weniger dämliche polemische Transparente (siehe Minute 2:21), dann wird das was mit der neuen Bewegung. Ich denke mal, hier sollte der Spaß im Vordergrund stehen, aber, wie wir alle erfahren haben, soll der Spaß ja bald ganz vorbei sein – deswegen, weiter so!